Rom/Madrid l Der Jahresurlaub ist dazu da, den Zwängen des Alltags zu entfliehen, den Duft von Freiheit zu inhalieren, sich durch fremde Orte treiben zu lassen. Aber bitte nicht zwischendurch stehenbleiben. Zumindest dann nicht, wenn man seine Ferien in Venedig verbringt. Denn dort ist es Touristen per Schild verboten, auf den Brücken auszuharren. Die Staugefahr kann schließlich niemand verantworten. Auch mit dem Hinsetzen ist es in Italien so eine Sache: In Florenz holt man sich beim Versuch, zur Mittagszeit auf einem der Kirchplätze zu rasten, einen nassen Popo. Durch konsequente Pflastersteinbespritzerei will man picknickenden Urlaubern ein für allemal den Garaus machen. Und wer es wagt, sich in Rom auf den Rand des Trevi-Brunnens zu setzen, der riskiert, wenn‘s schlecht läuft, einen Hörsturz – verursacht von dem Polizisten, der einem trillerpfeifenderweise das Aufstehen nahelegt. Erdreistet sich ein Touri gar, darin zu baden, wird er bis zu 500 Tacken los.

Geldstrafen drohen auch auf Teneriffa. Dort bekämpft man die Sünde Sandburgenbau. An gleich mehreren Stränden ist das untersagt – aus ästhetischen Gründen. Auch dann, wenn man vorab im Rathaus einen farbigen Entwurf samt Statikberechnung einreicht.

Während sich diese Verbote problemlos kontrollieren lassen, gestaltet sich bei einer Regel im spanischen Lepe das Erkennen von Zuwiderhandlungen schwierig: Entleer dich nicht im Meer. Vermutlich nutzen die Schwimmmeister hierfür sehr präzise Ferngläser, durch die sie jeden Urlauber entlarven, dessen Gesichtszüge sich urplötzlich entspannen.