Dresden (dpa) - Laokoon, tanzender Faun, Marc Aurel: Bedeutende Gipsabgüsse historischer Skulpturen sowie wertvolle Bronze- und Steinplastiken der Skulpturensammlung sind von Mittwoch an in einer Doppelausstellung im Dresdner Semperbau am Zwinger zu sehen.

Sie gibt zugleich einen Vorgeschmack auf die künftige Präsenz des Museums im Domizil der Gemäldegalerie Alte Meister, wie Direktor Stephan Koja am Dienstag sagte. 120 erlesene Stücke der Abguss-Sammlung des Malers Anton Raphael Mengs (1728-1779) im Deutschen Saal seien erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder öffentlich zugänglich. Die rund 40 Meisterbronzen und Marmorplastiken aus Renaissance und Barock können im Bellottogang en Detail betrachtet werden.

Die Gipsabgüsse des 17. und 18. Jahrhunderts standen bis zur Flut 2002 im Schaudepot im Keller des Albertinums. Von ursprünglich 833 der einst zu Studienzwecken angelegten Sammlung von Abbildern antiker Werke sind etwa 460 erhalten. Die fein gearbeiteten Plastiken aus Bronze und Marmor zählen neben den Antiken zum bedeutendsten Teil des Museumsbestandes.

Die teils kleinen Nachbildungen größerer Werke wurden häufig als Geschenke zwischen den Höfen ausgetauscht. Mit der Reiterfigur des Marc Aurel aus der Mitte des 15. Jahrhunderts besitzt das Museum die älteste erhaltene Kleinbronze der Renaissance, ihr Vorbild steht auf dem Kapitol in Rom.

In dem von Gottfried Semper (1803-1879) erbauten Domizil der Galerie Alte Meister, das derzeit grundlegend saniert wird, soll künftig auch ein Teil der Skulpturensammlung untergebracht werden. Das Gebäude wird den Staatlichen Kunstsammlungen laut Koja 2018 übergeben. Dort sollen sich dann auch Gemälde und Plastik mischen.