Dahlenwarsleben l Wo sich an Wochentagen vormittags 236 Kinder tummeln, war am vergangenen Sonnabend nicht wie gewohnt Ruhe. Auf dem Gelände der Dahlenwarsleber Grundschule „Astrid Lind- gren“ herrschte reger Betrieb, denn die Gemeinde Niedere Börde hatte zum jährlichen Frühschoppen in die Aula der Bildungseinrichtung geladen. Bereits von Weitem war der Andrang sichtbar, die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr wiesen die eintreffenden Gäste ein, so dass jeder zügig einen passenden Parkplatz bekam.

Die rund 80 geladenen Gäste begrüßte zuerst der Gemeinderats-Vorsitzende Burkhard Wohlfarth. „Wir sind hier im Raum Personen mit ganz unterschiedlicher Verantwortung“, sagt er und lobte die Arbeit der Mitglieder von Ortschafts- und Gemeinderäten, von Polizei und Kirche, Feuerwehr, Unternehmern, Vereinen, Jägern und Jagdgenossenschaftlern sowie Kinderbetreuern.

Gemeinde pflanzt einen Apfelbaum

Bürgermeisterin Erika Tholotowsky begann ihr Grußwort an die versammelten Gäste mit einem Luther-Zitat, passend zum Luther-Jahr in Sachsen-Anhalt. „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“, soll Martin Luther einst gesagt haben. „Und genauso wollen wir uns die Zuversicht erhalten, dass unsere Arbeit Früchte tragen wird. Einen Apfelbaum pflanzen wir dann im Sommer in Vahldorf beim Fest“, sagte die Bürgermeisterin. Sie verwies auch stolz darauf, dass lediglich 1,6 Millionen Euro alte Schulden noch zu Buche stünden nach jahrelanger Haushaltskonsolidierung, rund die Hälfte betrügen die reinen Kreditsummen. Natürlich werde das Haushaltskonsolidierungskonzept fortgeschrieben und weiter umgesetzt.

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Die größten Investitionen in diesem Jahr werden laut Tholotowsky der Neubau der Kinderkrippe in Samswegen sein, dafür stehen 1,6 Millionen Euro im Haushalt. Rund eine Million Euro an Fördergeldern erleichtern die Finanzierung. Auch der Neubau der Kindertagesstätte in Groß Ammensleben sei eines der großen Vorhaben 2017. Rund 3,2 Millionen Euro soll er kosten, 2,4 Millionen Euro an Fördergeldern verkleinern den Anteil der Gemeinde an der Finanzierung.

Thomas Webel, seines Zeichens Minister für Landesentwicklung und Verkehr in Sachsen-Anhalt, lobte den Einsatz Ehrenamtlicher in der Gemeinde. „Die Mitglieder der Räte müssen oft unpopuläre Entscheidungen treffen, ohne Vereine würde es in vielen Orten keine Feste geben“, sagte er.

Lob für Ehrenamtliche

Landrat Hans Walker hält ebenfalls das Engagement Ehrenamtlicher für unerlässlich. „Ohne Ehrenamt geht es nicht mehr“, sagte er. Den geplanten Breitbandausbau im Landkreis und auch in der Niederen Börde nannte er einen wichtigen Beitrag zur Infrastruktur, an dem „uns unsere Kinder und Enkel loben oder schelten werden“. Der Ausbau solle schnell, aber auch nachhaltig passieren.

Zu Gast war auch Justizministerin Anne-Marie Keding, die ebenfalls auf das Ehrenamt einging. „Diskussionen um Entscheidungen verursachen auch bei Ihnen in den Ortschaften Unruhe, das ist klar“, sagte sie. Wenn es um Fördermittelanträge gehe, habe sie aber die Erfahrung gemacht, dass insbesondere die Anträge aus den Gemeinden des Landkreises Börde gut vorbereitet seien. Darum würden auch viele dieser Gelder in die Gemeinden des Kreises fließen.

Manfred Behrens, Ortsbürgermeister des benachbarten Ebendorfs, betonte in seinem Grußwort die gute Nachbarschaft zu Dahlenwarsleben, wo die Ebendorfer Kinder auch die Grundschule besuchen. Erika Tholotowsky lud dann die Gäste des diesjährigen Frühschoppens zu einem gemeinsamen Imbiss ein, so dass auch noch Kontakte außerhalb der offiziellen Reden gepflegt werden konnten.