Barleben l „Paul“ ist längst abgezogen, manche Schäden sind geblieben. Und Ärger, dass das heftige Sturmtief mit Tornado, Gewittern und Hagel zwei Zelte auf dem Außengelände des Kindergartens derart verweht und demoliert hat, dass diese nicht mehr verwendet werden können. Ellen Freke, Leiterin der Einrichtung, erinnert sich. „Es ist ein sehr warmer Tag gewesen, den wir mit unseren Kindern draußen verbracht haben. Die Kinder haben im Wasser geplantscht, gespielt und das Zelt immer wieder als Sonnenschutz genutzt. Wir hatten zwar leise Hoffnung, dass wir vom Unwetter verschont bleiben würden, das war dann leider doch nicht der Fall.“

Mit voller Wucht schlug der Orkan zu, wie sich später zeigen sollte. Längst hatten sich Kinder und Erzieher ins schützende Gemäuer zurückgezogen und gebannt das Naturschauspiel beobachtetet. Wind, Hagel und Starkregen fingen sich in Zelten und Bäumen, zerrten und schüttelten diese durch und brachen diese. Kurz vor Beginn des Orkans hatte Hausmeister Michael Völz, als er unter dem großen Zelt stand, noch über Lösungen nachgedacht. Doch in der Kürze der Zeit gab es nichts mehr, was er hätte tun können, um die Zelte zu retten. „Unser großes Zelt ist so aufgebaut worden, dass es im Sommer draußen stehenbleiben kann. Dem Wind hat es, da gut gesichert, auch tatsächlich standgehalten. Allerdings sorgten die Wassermassen, die sich auf der Plane angesammelt hatten, für eine derart extreme Last, dass darunter die Zeltstangen einknickten“, berichtet Ellen Freke. Hinzu kam ein heftiger Hagelschauer, der die Zeltplane an vielen Stellen regelrecht durchlöchert hatte, dass diese nicht mehr verwendet werden kann.

Eltern starteten Spendenaufruf

„Ein zweites, etwas kleineres Zelt ist durch den Wind aus der Verankerung gerissen und völlig zerstört worden. Glück im Unglück hatten wir, als ein Baum auf dem Spielplatz umstürzte. Dieser ist dicht am Zaun gelandet, ohne weitere Schäden zu hinterlassen“, erinnert sich Ellen Freke.

Nach dem Unwetter war guter Rat für den Kindergarten teuer, um den entstandenen Schaden zu ersetzen. Prompt starteten die Eltern einen Spendenaufruf. „Eine der ersten war Manja Beyer. Sie hat über soziale Netzwerke den Aufruf gestartet und wenige Tage später meldeten sich bereits die ersten Spender“, so Ellen Freke. Sie habe dann die Anschaffungskosten für ein neues Zelt recherchiert. Die Eltern wurden per Aushang darüber informiert. Mit Felix Bach vom gleichnamigen Ingenieurbüro habe sich ein Spender gefunden, der die Ersatzbeschaffung für das große Zelt vollständig übernommen hat, freute sich Ellen Freke über diese großzügige Geste.

Nun musste diese Spende noch vom Hauptausschuss der Einheitsgemeinde abgesegnet werden. Spenden bis zu 499 Euro blieben davon unberührt, was darüber hinausgehe, beschließe der Hauptausschuss. Und so geschah es am 31. August: „Der Hauptausschuss hat einstimmig dafür gestimmt, dass die Spende für die Einrichtung so angenommen werden darf“, verkündete Thomas Zaschke, Pressesprecher der Einheitsgemeinde, die frohe Botschaft.

Inzwischen hat Hausmeister Michael Völz fingerfertig aus den Trümmern zweiter Zelte zumindest ein halbwegs brauchbares Zelt zusammengebastelt. Das werde nun solange genutzt, bis es aus dem Verkehr gezogen werden müsse, blickt die Kindergartenleiterin schon einmal voraus. „Das neue große Zelt liegt noch verpackt bei uns und kann im Bedarfsfall jederzeit aufgebaut werden“, weiß Ellen Freke.